Timmy liebte es mehr als alles andere zu rennen. Er war nicht der schnellste Junge in seiner Klasse, aber er träumte davon, eines Tages schneller als der Wind zu laufen.
Read more: Timmy und die BlitzstiefelAn einem stürmischen Nachmittag fand Timmy eine alte Holzkiste auf dem Dachboden seiner Oma. Auf ihr war eine kleine Metallplatte, auf der stand:
„Für den, der sich traut zu rennen.“
Innen lag ein Paar leuchtend gelbe Stiefel mit kleinen silbernen Streifen. Sie sahen aus, als würden sie vor Energie brummen.
„Was, wenn sie magisch sind?“, flüsterte Timmy.
Er zog sie an.
BLITZ!
Ein Funken Licht schoss aus den Stiefeln, und Timmy raste quer über den Dachboden, so schnell, dass er fast gegen die Wand gedonnert wäre.
„Sie sind magisch!“, rief er.
Draußen hatte der Regen aufgehört, und auf dem Boden erschien ein leuchtender blauer Weg. Er schlängelte sich um Bäume, über Bäche und hinauf auf einen kleinen Hügel.
Eine Stimme, weich wie ein Windhauch, flüsterte:
„Folge dem Pfad. Erreiche den Gipfel vor Sonnenuntergang.“
Timmy atmete tief ein. Konnte er das schaffen?
Er rannte los.
Die Stiefel trugen ihn voran, aber nicht immer geradeaus. Zuerst lief er in ein Labyrinth aus hohem Gras. Der leuchtende Weg teilte sich.
Der eine Weg führte nach links und sah einfach aus.
Der andere führte nach rechts und war voller Baumstämme und Unebenheiten.
Timmy erinnerte sich an etwas, das seine Lehrerin immer sagte:
„Der einfache Weg ist nicht immer der richtige.“
Er wählte den schwierigeren.
Er sprang über die Stämme, duckte sich unter Ästen hindurch und nutzte die Geschwindigkeit der Stiefel, um über matschige Pfützen zu flitzen. Am Ende der Wege kamen beide wieder zusammen—doch Timmy war dem leuchtenden Pfad voraus. Er hatte also wohl richtig entschieden.
Als Nächstes kam ein breiter Fluss. Keine Brücke.
„Oh-oh“, murmelte Timmy.
Doch als er die Stiefel gegeneinander klopfte, ZAPP!—blitzte eine kleine Brücke aus Licht über dem Wasser auf. Vorsichtig rannte er hinüber, während die Brücke unter seinen Füßen knisterte.
Schließlich erreichte er den Hügel. Die Sonne sank immer tiefer.
Timmy sprintete hinauf, so schnell er konnte.
Die Stiefel summten.
Der Wind jubelte.
Sein Herz klopfte wild.
Er erreichte den Gipfel genau in dem Moment, als der letzte Sonnenstrahl den Horizont berührte.
Ein warmer, goldener Schimmer hüllte ihn ein, und die Stiefel leuchteten sanft.
„Du hast dich getraut zu rennen“, sagte die flüsternde Stimme. „Und du hast gut gewählt. Mut und kluges Denken machen einen echten Läufer aus.“
Dann—puff!—hörten die Stiefel auf zu leuchten. Sie sahen wieder ganz normal aus.
Aber Timmy war das egal.
Er lächelte. Er wusste, dass die Magie immer noch da war…
nicht nur in den Stiefeln, sondern in ihm.